Bergläufer der LG Süd des Rennsteiglaufvereins national und international erfolgreich

Das Wettkampfjahr 2012 war insgesamt sehr erfolgreich für die Rennsteigläufer der LG Süd. Ziel war und ist es, nicht nur durch Teilnahme, sondern auch durch Leistung den Rennsteiglauf national und europaweit bekannt zu machen. Ludwig Amarell, Hans-Günter Müller, Stefan Bayer und Partnerin Anke Härtl, Steffen Meyer, Dominik Koch und Partnerin Lydia Walther, Nicole Kruhme und Matthias Franke waren von April bis November in Deutschland, Österreich und der Schweiz bei Bergläufen vertreten und sorgten dafür, dass man den Vereinsnamen oft bei Siegerehrungen hörte.

Am erfolgreichsten war sicher Nicole Kruhme:

Die Gehlbergerin gewann in Thüringen fast alle Berg- und Geländeläufe, meist sogar mit Streckenrekord. Auch der 4. Platz beim Rennsteiglauf war eine sehr gute Leistung, steigerte sie ihre Bestzeit doch um ganze 8 Minuten. Höhepunkt war der 2. Platz beim Salomon-Cup gegen starke nationale Konkurrenz. Die Qualifikation für die Weltmeisterschaft im Berglauf wurde ihr von den Verantwortlichen des DLV versagt. Bei den Deutschen Meisterschaften gelang ihr ein sehr guter 6.Platz. Beim Kernberglauf in Jena bewies sie als Gesamtzweite, dass sie auch auf langen Strecken (27 km) zu deutschen Spitze gehört. Noch gilt jedoch ihre Aufmerksamkeit den kurzen anspruchsvollen Bergläufen, wie Tegelberg und Hochgrat, sowie den Geländeläufen in Thüringen und Umgebung.

Senior Ludwig Amarell aus Hinternah besticht durch Vielseitigkeit:

Nachdem Ludwig mit seinem Altersklassensieg in der M76 bei der DM im Skilanglauf und dem Gewinn der Bronzemedaille mit der Deutschen Langlaufstaffel über 4 x 5 km bei der Senioren-Ski-WM glänzte, konnte er wie üblich erst im späten Frühjahr in das Laufgeschehen eingreifen. Mit dem Sieg bei der Thüringer Berglaufmeisterschaft in Breitungen gelang die Umstellung auf die Laufschuhe recht gut. Weniger gut ging es dann beim Rennsteiglauf, so dass die Erwartungen für die Berglaufweltmeisterschaften ein Woche später nicht sehr hoch lagen. Mit Platz 12 und 1:16:58 h sollte er jedoch angesichts starker internationaler Konkurrenz zufrieden sein. Anders als der Deutsche Berglaufverband, der die Altersklasse 75 gestrichen hat, trägt der internationale Verband der demografischen Entwicklung Rechnung, wonach es immer mehr leistungsfähige Senioren gibt. Bei den Wettkämpfen im Sommer und Herbst lief es dann wieder sehr gut, wobei er oft die wesentlich jüngeren Konkurrenz hinter sich lassen konnte.

Seit Jahren ein Muster an Beständigkeit und Veilseitigkeit ist Stephan Bayer aus Mengersgereuth-Hämmern:

Sein Ziel ist es jedes Jahr national oder international eine Medaille zu gewinnen. In diesem Jahr klappte es schon im Winter in Erfurt bei der Deutschen Hallenmeisterschaft im 3000 m Lauf mit Platz 2. Beim Rennsteiglauf war ihm der Sieg in der AK 50 ohnehin sicher. Eine Woche später bei der Berglaufweltmeisterschaft im Bühlertal lief es dann nicht ganz so gut, obgleich er mit Platz 17 und der zweitschnellsten Zeit der LG-Läufer nicht unzufrieden war. Lebenspartnerin Anke Härtl, die für die TG 1848 Coburg startet,  belegte einen undankbaren 4. Platz. Zufriedener war Stephan dann mit dem 9. Platz bei der Europameisterschaft im österreichischen Bludenz am 30. Juni. Nach einer Urlaubsphase belegt er noch einmal Platz 8 der M50 bei der Deutschen Berglaufmeisterschaft in Unterharmersbach. Partnerin Anke konnte nach vielen vierten Plätzen wieder eine Medaille erkämpfen. Mit 58:09 min war sie zwar nicht zufrieden, die Zeit reicht aber sicher für Bronze. Im Herbst konnten beide bei kleineren Bergläufen in Thüringen und Franken der deutlich jüngeren Konkurrenz zeigen, dass sie nach wie vor zur deutschen Spitze gehören.

Breiteste sportliche Aktivitäten vom Gehen, Straßen-und Berglauf sowie Bahnwettkämpfe kennzeichneten das Wettkampfjahr von Steffen Meyer:

Viele Spitzenresultate erreichte Steffen im Gehen bei nationalen und internationalen Wettkämpfen von 3000 m bis 30 km. Auch im 10000 m Bahnlauf erreichte er mit 33:45 min eine Superzeit, die bei der DM für die Bronzemedaille in der AK 45 reichte. Das ist um so erstaunlicher, wenn man weiß, dass er wegen Achillessehnenproblemen meist Gehen trainiert. Auf Berglauftraining musste Steffen ganz verzichten. Die tolle Stimmung vergangener Meisterschaften überzeugte ihn wohl, bei der WM im Bühlertal zu starten. Mit 47:23 min für die 9,5 km war er Schnellster der LG–Truppe und belegte damit Platz 17 der Altersklasse 45.

Neu in der Berglaufgilde sind Dominik Koch und Partnerin Lydia Walther:

Natürlich ist Dominik seit vielen Jahren eine feste Größe in der Thüringer Laufszene. Nachdem er in den 1990er Jahren vor allem bei ultralangen Geländeläufen glänzen konnte, entdeckte er in den letzten beiden Jahren mehr und mehr sein Potential bei kürzeren Läufen (Rennsteiglauf – HM 2012 auf Platz 8 und Sieg in der AK 35 sowie Gasamtsiege bei Volksläufen in Saalfeld, Frauenwald und bei Läufen in Hessen. Bei Bergläufen (Bergbahnlauf, Friedrichroda …) siegte er souverän. So fasste er den Mut, im Oktober erstmals bei Deutschen Meisterschaften anzutreten und auch Partnerin Lydia Walther für den Berglauf zu begeistern. Mit den Plätzen 5 in der AK 35 in 48:03 min für Dominik und Gesamtplatz 35  in ausgezeichneten 1:01:57 h für Lydia gelang dies eindrucksvoll. Mit beiden erhielt das Berglaufteam eine echte Verstärkung. Schon beim Lange-Bahn-Lauf und dem Rennsteiglauf konnte Lydia als Dritte in der W30 überzeugen.

Matthias Franke konnte auch 2012 bei unterschiedlichsten Bergläufen beeindrucken:

Er war über das ganze Jahr aktiv und zeigte er sich auch bei „Abenteuerläufen“ immer in der Spitzengruppe. So absolvierte er erfolgreich den Zugspitztrail mit 4 Etappen durch die Alpen. Beim Rennsteiglauf lief er den Supermarathon in 7:05 h. Wenige Tage danach glänzte er beim Kickelhahnberglauf in Ilmenau. Seine beste Leistung war sicher Platz 32 in 1:14:02 h beim Karwendelberglauf in Mittenwald. Besonders im extrem steilen Gelände konnte er seine Kraftausdauer ausspielen. Dieser Lauf gehört sicher mit 1400 Höhenmetern auf 10,5 km zu den anspruchsvollsten in Deutschland. Auch bei den folgenden Bergläufen (Albrechts, Beerberglauf, Ohratalsperre, Frauenwald, Bärenfanglauf Suhl) belegte er vordere Plätze. Sein arbeitsbedingter Umzug ins Voralpenland lässt ihn noch näher an die Berglaufszene rücken.

Wegen ernsthafter gesundheitlicher Probleme konnte Hans-Günter Müller nur in der ersten Hälfte des Jahres überzeugen:

Nachdem er beim Rennsteigetappenlauf mit dem 3. Platz (14:37 h für die 168,3 km) eine sehr gute Vorbereitung nachwies, konnte er beim Rennsteigmarathon mit 3:08 h noch einmal nah an die begehrte 3-Stundengrenze herankommen. Die Erholungsphase von nur einer Woche bis zur Berglaufweltmeisterschaft im Bühlertal war jedoch zu kurz, um in den Medaillenkampf einzugreifen. Deshalb musste er mit Platz 14 in 52:54 min zufrieden sein. Danach konnte er noch beim Kickelhahnberglauf in Ilmenau überzeugen. Nur 2 Sekunden Rückstand auf Trainingskollegin Nicole Kruhme ließen für die kommenden Wettkämpfe des Salomoncup berechtigte Hoffnungen aufkommen. Kleinere Verletzungen und spätere Krankheit ließen bessere Leistungen nicht mehr zu, so dass nur drei Läufe  in die Wertung des Salomoncups eingingen. Trotzdem waren die Reisen zu den Bergläufen in den Alpen noch einmal sehr schöne Erlebnisse.

Ausblick:

Die genannten Athleten werden auch 2013 bei den wichtigsten Bergläufen vertreten sein. Höhepunkte sind sicher wieder der Salomoncup, die Berglauf-WM der Senioren in Tschechien und die Deutsche Meisterschaft am Hochfelln (Bergen/Chiemsee). Auftakt im Salomoncup wird für Nicole der Kyffhäuserberglauf sein. Hier gilt es bereits fleißig Punkte zu sammeln. Der Rennsteiglauf ist ohnehin für alle Pflicht. Das Training  ist bei allen darauf ausgerichtet, an diesem Tag die beste Leistung zu zeigen.

Vielleicht gelingt es Nicole in diesem Jahr, sich für die Nationalmannschaft zu qualifizieren - Ende Juni ist die WM in Bulgarien und der DLV will 4 Sportlerinnen entsenden. Leider sind die Qualifikationsläufe wieder zeitlich und örtlich ungünstig. Ende Mai in der Schweiz und in Frankreich könnte man sich laut DLV für die Weltmeisterschaften qualifizieren. Die Funktionäre haben wohl vergessen, dass die meisten Sportler reinste Amateure sind und die Preisgelder (falls es welche gibt …) nicht die Kosten für Anfahrt und Unterkunft abdecken. Trotzdem werden wir unseren schönen Sport auch weiter leistungsorientiert betreiben und den Rennsteiglauf im In- und Ausland bekannt machen.